Karrierefaktor berufliche Fortbildung: 7 gute Gründe, warum sich eine Aufstiegsfortbildung für viele mehr lohnt als ein Studium

Zu vielen Zeitpunkten im Berufsleben haben sich viele Arbeitnehmer schon einmal diese Fragen gestellt:

Aufstiegsfortbildung, lohnt sich das überhaupt? …und wenn, lohnt es sich auch im Vergleich zum Studium?

Die Antwort: Ja, es lohnt sich! Und das in vielerlei Hinsicht…

Akademiker, so hört man oft die Allgemeinheit sagen, hätten sowieso immer die besseren Karriereperspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten im Vergleich zu Aus- und Fortbildungsabsolventen: Ein Irrglaube.

Die beruflichen Karrierechancen und Vorteile einer Fortbildung zum Meister, Fachwirt oder Techniker sind im Vergleich leider oft nicht bekannt, dabei stehen diese Abschlüsse auf der gleichen Stufe wie der Bachelorabschluss an einer Hochschule und bergen in Punkto Karriere für jeden einzelnen viele Vorteile gegenüber den Akademikern und hängen diese in vielerlei Hinsicht sogar ab.  Dies bestätigte nun auch eine Untersuchung des Instituts für Wirtschaft Köln (Link) und liefert Daten und Fakten:

Hohe Karrierechancen und beruflicher Aufstieg

Wer nicht stillstehen sondern zielstrebig auf der Karriereleiter steigen möchte, für den  bietet die berufliche Fortbildung eine Vielzahl an Chancen und Vorteilen.  

Fortbildungsabsolventen bekommen häufiger Führungsverantwortung übertragen als Akademiker.

Entscheidender Faktor dabei ist, dass fortgebildete Mitarbeiter oft höheres Ansehen im Unternehmen genießen, aufgrund ihres praktischen Fachwissens und Expertise. Dies resultiert oft in hohen Karrierechancen und häufig damit verbundener fachlicher Weisungsbefugnis.

Zum einen bringen das mitgebrachte Fachwissen sowie der Praxisbezug und die Unternehmensnähe hier den ausschlaggebenden Vorsprung, zum anderen werden durch Aufstiegsfortbildungen zum Meister, Fachwirt oder Techniker die Führungskräfte gezielt auf das Ausüben von Personalverantwortung  geschult und vorbereitet.

Jobsicherheit durch Qualifizierung und Spezialisierung

Der „Fachkräftemangel“ in der deutschen Wirtschaft ist ein viel diskutiertes Thema, welches immer wieder in den Medien auftaucht. Immer wieder haben Unternehmen Probleme bestimmte Stellen mit qualifizierten Fachkräften zu besetzen: Eine Chance für alle die sich qualifizieren!

Infolge der empirischen Untersuchung des IW Köln bestätigte bereits Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer, die Arbeitslosenquote sei unter „beruflich Qualifizierten“ sogar geringer als unter Akademikern.

Zudem sind Fortbildungsabsolventen häufiger unverzichtbar für Unternehmen.

Die Befragung und Auswertung von Unternehmen hat ergeben, dass fast zwei Drittel der Unternehmen Tätigkeitsfelder aufweisen, welche in mittleren bis hohem Maße Fortbildungsabsolventen vorbehalten sind. Der hohe Grad der Spezialisierung und Praxisnähe sichert damit nicht nur eine Anstellung, sondern eröffnet ideale Möglichkeiten für den Aufstieg.

Hoher Grad an Zufriedenheit

Einen großen Teil unserer Zeit auf Erden verbringen wir auf der Arbeit, welches sie damit zu einem großen Faktor für das Wohlbefinden in unserem ganzen Leben macht.

Die Zufriedenheit auf der Arbeit macht uns im Allgemeinen glücklicher und hat zudem einen starken positiven Einfluss auf unsere Gesundheit. University of Manchester (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1740950/pdf/v062p00105.pdf).

Umso erfreulicher ist es für Fortgebildete, denn diese bewerten ihre den beruflichen Aufstieg und ihre Jobsituation weitaus positiver als Akademiker.

Der Erfolg, die Jobsicherheit sowie das hohe Ansehen im Unternehmen sind hier die ausschlaggebenden Faktoren für die Psyche.

Hohes Gehalt in vielen Fachrichtungen

Das gute Geld -für viele vielleicht der wichtigste und ausschlaggebendste Faktor. Ein guter Grund einmal genauer hinzuschauen.

Klar ist:  Karriere und beruflicher Aufstieg gehen selbstverständlich in den meisten Fällen mit einem höheren Gehalt einhergehen.

Doch kann dieses auch mit dem von Akademikern mithalten? Hier lassen wir besser Zahlen und Fakten sprechen.

Die Untersuchung des IW Köln zeigte, dass mehr als 60% der Unternehmen angeben, dass das Gehalt von Fortbildungsabsolventen kaufmännischer Fachrichtungen in etwa so hoch sei wie das Gehalt von Bachelorabsolventen wirtschaftswissenschaftlicher Fachrichtungen.

Sogar 28% der fortgebildeten Mitarbeiter gab an einen höheren Stundenlohn, als der Durschnitt der Akademiker zu erzielen.

Beruflich Fortgebildete brauchen sich also keineswegs hinter den Akademikern zu verstecken.

In Zukunft dürften sich die Gehaltsaussichten sogar weiter zu Gunsten der beruflich Gebildeten verschieben, wenn sich der derzeitige Trend zu studieren fortführt. „Bis Ende des Jahres 2020 werden auf dem deutschen Arbeitsmarkt rund 1,3 Mio. MINT-Facharbeiter fehlen – aber nur 67.000 MINT-Akademiker“, so das Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Einkommensvorteil gegenüber Vollzeitstudenten

Viele scheinen oft zu vergessen, dass Auszubildende und Mitarbeiter bereits während der Ausbildungs-/Fortbildungszeit vergütet werden. Dies muss natürlich mit in die Betrachtung genommen werden.

In welchem Maße beruflich Gebildete gegenüber Akademikern von ihrem deutlich früheren Einstieg in den Arbeitsmarkt profitieren, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel:

Beginnt man z.B. sogar erst mit 18 Jahren eine Ausbildung so verdient man über die drei Ausbildungsjahre hinweg bereits rund 30.000 €. Geht man nun von einigen Jahren Arbeit, mit einem Einstiegsgehalt von 2.500€ und einer anschließenden Aufstiegsfortbildung sowie entsprechender Vergütung aus, so erhält man in dieser Zeit rund 220.000 €.

Das bedeutet im Alter von 27 Jahren hat man bereits eine Summe von in etwa 250.000€ erwirtschaftet.

Ein gleichaltriger Akademiker, der zum Beispiel mit 21 Jahren ein Studium angefangen hat und sogar seinen Master mit 27 Jahren abschließt hat im selben Alter nun in seinem Beruf noch kein Geld verdient. Unter Umständen kommen zudem noch Belastungen durch BAföG oder ein Studienkredit hinzu.

Führt man sich nun vor Augen, dass die Gehälter von Akademikern nur ab und zu wirklich höher als die von beruflich Gebildeten sind, kann der hier erwirtschaftete Vorsprung nur schwierig bis gar nicht ausgeglichen werden.

Aufstiegsfortbildungen werden gefördert

Nicht nur für Sparfüchse: Wie ein Studium ist eine Aufstiegsfortbildung leider nicht ganz umsonst, doch unterstützt der Staat auch hier angehende Fortbildungsabsolventen und das nicht zu knapp.

Die Kosten für eine Aufstiegsfortbildung sowie die Prüfungen werden mit einem Regelfördersatz von insgesamt 64% übernommen!

Möglich macht dies das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), auch „Aufstiegs-BAföG“ genannt. Diese Förderung erfolgt hierbei vollkommen einkommensunabhängig teils durch einen Zuschuss, teils durch ein zinsgünstiges Darlehen bei der KfW-Bank.

Auch wenn Sie bereits eine selbst finanzierte Aufstiegsfortbildung absolviert haben, verlieren Sie hierdurch nicht Ihren Förderanspruch.

Erfolg und Karriere auch ohne Abitur

Für einen Schulabschluss ohne Abitur, gibt es viele individuelle und gute Gründe. Vor allem, aber scheint dies kein ausschlaggebender Faktor für die späteren Karrierechancen zu sein, denn:

Hohe Karriereaussichten sind unabhängig vom Schulabschluss der Fortbildungsabsolventen.

Hat man sich also für eine für eine berufliche Fortbildung entschieden stehen die Chancen für beruflichen Erfolg gut.

So verfügt ein Viertel der Fortbildungsabsolventen über einen Hauptschulabschluss, die Hälfte über einen Realschulabschluss und wieder ein Viertel über Abitur oder eine Fachholschulreife.

Der ausschlaggebende Punkt dabei ist, dass hierbei kein signifikanter Unterschied zwischen dem Einkommen und den Schulabschlüssen besteht.

Der Schulabschluss ist damit kein unbedingter Garant oder Indikator für eine gute Karriere, sondern die gute Arbeit eines jeden einzelnen mit Fortbildungsabschluss zahlt sich aus.

Fazit:

Es gibt viele gute Gründe, warum sich eine Aufstiegsfortbildung lohnt und warum diese oft eine bessere Alternative zum Studium darstellt. Wichtig ist es hier die eigenen Stärken und Chancen zu erkennen, um den eigenen Karriereweg ideal zu gestalten.

Quelle: Empirische Untersuchung: Dr. Regina Flake, Dirk Werner, Dr. Michael Zibrowius – Institut der deutschen Wirtschaft Köln https://www.iwkoeln.de/_storage/asset/263654/storage/master/file/8570569/download/Karrierefaktor_Fortbildung_Gutachten_IW.pdf